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Klagenfurter Sicherheitsgipfel
22.01.2009

Klagenfurter Sicherheitsgipfel

Polizei und Publikum nehmen Sicherheitspaket positiv auf
Im Gemeindezentrum St. Ruprecht fand gestern der Klagenfurter Sicherheitsgipfel, einberufen von BGM Harald Scheucher statt. Klagenfurts Bürgermeister und die Polizeispitze von Stadt und Land sowie ein Suchtbeauftragter und ein Sicherheitsexperte saßen am Podium. Ein voller Saal und die rege Diskussion zeigten, dass das Thema Sicherheit zu den vorrangigsten Anliegen der Klagenfurter Bevölkerung zählt.



Klagenfurt hat 300 Polizisten. Zuwenig, so der Tenor der Expertenrunde und auch des Publikums, um der „realen und gefühlten“ Sicherheit der KlagenfurterInnen zu genügen. (Stadtpolizeikommandant Eugen Schluga, Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger, Ernst Nagelschmied, Leiter der Suchtberatung und Telekom Security Techniker Volkmar Scheriau diskutierten mit Bürgermeister Harald Scheucher)

Das von Harald Scheucher vorgeschlagene Maßnahmenpaket: 50 Polizisten mehr für Klagenfurt und die Erhöhung der Polizeipräsenz an neuralgischen Punkten, eine Jugendpolizei die über eine Hotline Tag und Nacht erreichbar ist und auch für Präventivmaßnahmen z. B. an Schulen eingesetzt wird, Notrufsäulen an Bushaltestellen kombiniert mit Kameras in problematischen Stadtregionen. Der Bedarf sei gegeben, jetzt gelte es, „den Bund an seine Verpflichtung zu erinnern“ (Scheucher). Ideen wie ein Ordnungsamt seien nicht zielführend. Eine Hilfspolizei ohne Durchgriffsrecht sei „eine schwache Lösung für immer größer werdende Probleme“. „Ich verlasse mich lieber auf die Polizei, die geschult und befugt ist“, so Scheucher. Besser sei es, die Polizei zu stärken, sie von zeitaufwändigen Arbeiten freizuspielen (wie etwa durch die Entlastung durch die Group4 bei der Parkraumüberwachung) und sie weiterhin in Bezug auf Prävention zu schulen.

Maßnahmen gegen die steigende Jugendkriminalität

Klagenfurt hat, wie andere Städte auch, einen Zuwachs vor allem an Jugendkriminalität zu verzeichnen. Drogendelikte, Straßenraub wie auch Einbruchdiebstähle sind im Steigen. Obwohl im Bezirk Klagenfurt die Straftaten um 13% zurückgegangen sind (landesweit gab es trotz der Euro um 4% weniger Straftaten) - ist ein Anstieg der Delikte der 10 bis 14jährigen um 25% zu verzeichnen (Rauchegger). Seine Vorschläge: personelle Aufrüstung der Polizei in den Städten; sichtbare Präsenz an den „hot spots“; Ausweitung der mobilen Fahndung.
Die Schwerpunkte: Vandalismus, Sucht, Einbruch; Kriminalitätstourismus; Jugendliche Straftäter; Gewalt- und Suchtprävention. 40 Präventionsbeamte werden ausgebildet, die Jugendpolizei wird es geben, das Alarmsystem sei eine ausgezeichnete Idee, so der Landespolizeikommandant.
Seitens der Telekom (Scheriau) gäbe es freies Licht für die Notrufsäulen, die Infrastruktur wurde bereits für die Euro aufbereitet, Kameras wurden angekauft, der Kostenrahmen sei vom Umfang der geplanten Maßnahmen abhängig.

Klagenfurt drogenfrei

Durch mehr Polizeipräsenz konnte z. B. die Herrengasse entschärft werden (Schluga) und es gelte vor allem, die Präventivmaßnahmen zu erhöhen (Rauchegger). Durch Verlegung von Beamten z. B. ins Bollwerk – einen der Hauptumschlagplätze für Drogen – konnten die Vorfälle von 274 auf 184 Vorfälle reduziert werden, immerhin ein minus von 90 Drogendelikten im Jahr (Schluga).
Auch für die Drogenberatung ist Prävention eine der wichtigsten Maßnahmen. Zur Zeit sind 300 Drogenabhängige in Betreuung. 5 bis 10 Jahre dauert es, bis Abhängige von Ihrer Sucht befreit sind, wenn es überhaupt gelingt. Nur die Prävention in Schule und Familie sei hier sinnvoll (Nagelschmied). Die Forderung von Harald Scheucher: auch die „Mitführung von kleinen Mengen von Suchtgift muss geahndet werden“, um den „freien“ Straßenhandel zu stoppen.

Seitens der Polizei wurde die gute Kooperation mit der Stadt hervorgehoben, der Dank gelte dem Bürgermeister, stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Polizei im Interesse der Sicherheit zu haben. Auch von Seite des mitdiskutierenden Publikums wurde mehr Polizeipräsenz gefordert und die geplanten Maßnahmen gutgeheissen.


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